Rummelpottlaufen ein Brauch für Kinder in der Silvesternacht

Rummelpottlaufen „Rummel Rummel Riemen“

In Dithmarschen – Krach machen und Reime dabei singen und vortragen

Aus der Erzählung meines Vaters, der als Kind selbst einen Rummelpott gebastelt hat und dann mit seinen Freunden von Haus zu Haus gelaufen ist und mit einem lauten Rummelgeräusch auf die Kinder aufmerksam gemacht hat. Sie forderten von den Nachbarn Förtchen ein. Förtchen sind ein Hefegebäck, ähnlich aber kleiner und leichter verdaulich als Berliner, mit Puderzucker und alternativ mit Rosinen zubereitet,  das in eine bestimmten Förtchenpfanne gebacken wurde. Speziell in der Silvesternacht wurden Förtchen gebacken um damit auch den vielen Kindern, die Rummelpottlaufen, etwas Süßes mitgeben zu können.

Mit viel Lärm und Gesang wurden die Förtchen eingefordert:

Auf Plattdeutsch wurde dann gesungen:

„Old Johr Niet Johr,

Mudder sünd de Förten Gohr?

Sünd se noch nie gohr,

dann teubt wie noch en Johr!“

wenn dann die Tür nicht geöffnet wurde, lästerten die Kinder über „knickrige“ Leute.

 

Wenn es etwas gab und man schnell weiter wollte um mehr Förtchen zu bekommen lief man wieder mit Gesang los:

„Hau des Kat den Schwanz aff

hau em nie to lang aff

lot nen lütten Stummel ston

ick mut noch een Huus wieder gon“

 

Der Brauch lebte bei den Kindern später wieder auf und wurde etwas abgeändert und mit Glückwünschen und Gedichten wurde das Alte Jahr verabschiedet und das Neue Jahr begrüßt.

 

„Will das Glück nach seinem Sinn

Dir etwas schenken,

Sage Dank und nimm es hin

ohne viel Bedenken.“

 

„Jede Gabe sei begrüßt

doch vor allen Dingen,

das worum Du Dich bemühst,

möge Dir gelingen.“

 

Auf Hochdeutsch hört man häufig auch:

 

Ich bin ein kleiner König,

gib mir nicht so wenig

lasst mich nich so lange stehn

ich muß noch ein Haus weitergehn.

 

Die Herausgeber dieser Gedichte sind mir leider nicht überliefert.

 

Halloween ein Brauch der dem Rummelpott ähnelt

Dieser Brauch wird heutzutage von einem Nordamrikanischen Brauch verdoppelt. Im Herbst wird ein Erntedankfest gefeiert und um das Halloween fest erweitert.

Allgemein wird nur

„Süßes oder Saures“  gesagt und die Tasche für Süßigkeiten aufgehalten.

Das ist zu einfach und vielleicht auch zu frech. Wer mehr kann und sich die Mühe gibt selbst etwas zu lernen und seinen „Auftritt“ vorzubereiten, bekommt auch mehr Süßigkeiten.

 

Etwas zum Thema Rummelpottlaufen

Krach machen und keiner will es hören – weil es einfach nervt

  • Heute gibt es Böller früher gab es den Rummelpott

Hier folgt eine Information zum Rummelpott aus der Boyens Weihnachtwelt!

„Krachmachen gehört also zum ältesten Brauchtum in der Silvesternacht. Überall bei uns im Land haben sich alte Bräuche erhalten, um das alte Jahr zu vertreiben und das neue zu begrüßen. Früher nahm man dazu Trommeln, Glocken und knallte mit Peitschen. Die Menschen heutzutage benutzen Feuerwerk und setzen so diese Tradition fort.

In Norddeutschland, zum Beispiel in Schleswig-Holstein, aber auch anderswo im Norden hat sich ein Brauch erhalten, der noch aus dem 19. Jahrhundert stammt: Das Rummelpottlaufen.

Die Kinder gehen am frühen Silvesterabend verkleidet und geschminkt in Gruppen von Tür zu Tür und singen niederdeutsche Lieder, also im norddeutschen Dialekt. Mit dabei haben sie einen Rummelpott, mit dem man einen herrlichen Krach machen kann. Rummeln ist ein niederdeutsches Wort und bedeutet: poltern oder lärmen. Früher war der Rummelpott ein Topf aus Ton, über den man eine Schweinsblase spannte mit einer Öffnung darin. Aus der Öffnung guckte ein Schilfrohr heraus. Heute gibt es den Topf seltener und wenn dann aus anderem Material, zum Beispiel eine Dose mit Stoff darüber. Durch das Hin- und Herziehen des Stockes entsteht ein lautes, rummelndes oder brummendes Geräusch, das den Erwachsenen ganz schön auf die Nerven gehen kann. Die Kinder singen dazu ganz unterschiedliche Lieder, das berühmteste jedoch heißt:

Fru, maak de Dör op!

De Rummelpott will rin.

Daar kümmt een Schipp ut Holland.

Dat hett keen goden Wind.

Schipper, wulltst du fieken!

Feermann, wulltst du strieken!

Sett dat Seil op de Topp

un geevt mi wat in’n Rummelpott!

Das bedeutet übersetzt:

Frau, öffne die Türe!

Der Rummelpott will rein.

Es kommt ein Schiff aus Holland.

Das hat keinen guten Wind.

Kapitän, du musst weichen.

Bootsmann, du musst streichen.

Setzt das Segel ganz nach oben

und gebt mir was in den Rummelpott!

Dann bekommen sie Süßigkeiten als Dank, oder damit sie ganz schnell mit dem Rummelpott weiterziehen.

Ob mit oder ohne Krachmachen, wünschen wir allen einen guten Rutsch in das Neue Jahr.“

Dithmarschen – Quelle: http://www.boyens-weihnachtswelt.de/gedichte-und-kurzgeschichten.html

 

3 thoughts on “Rummelpottlaufen ein Brauch für Kinder in der Silvesternacht

  1. Silvesterspruch für kleine Kinder

    Ich bin ein kleiner König,
    gib mir nicht zu wenig,
    laßt mich nicht zu lange stehn,
    ich muß noch ein Haus weiter gehen

  2. In der Silvesternacht vor der Haustür gehört
    Eine Ergänzung des Textes

    Rummel, rummel rutsche
    Giv mi noch een Futje
    Lat me nich so lang mehr stahn
    Ick mut noch een Huus wieder gahn

  3. Hier habe ich noch eine Ergänzung gefunden, macht Spaß sich mit alten Dingen zu beschäftigen

    „Rummel, rummel, roken,
    give mi`n Appelkooken,
    loot mi nich so lange stohn,
    denn ik mutt noch wieder gohn.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*
Website